06.03.2019 - 11:59

Wie Verbraucher Automarken online wahrnehmen

Im Jahr 2018 kamen die Websites der Automobilmarken auf insgesamt 1,27 Milliarden Visits – die sich damit seit 2008 mehr als verdoppelten. Das unterstreicht den Trend hin zur Online-Recherche. Besonders Videos spielen eine immer größere Rolle.

Die Hälfte aller Besuche auf den Websites von Automobilherstellern wird nach nur einer einzigen angesehenen Seite beendet, so die „Digital Car Buyer in Numbers 2018“-Analyse von Sophus3. Sie untersucht die Websites praktisch aller Automobilmarken in den „Big 5“-Automobilmärkten der EU. Die Zeit, die Besucher auf der Website verbringen (durchschnittlich 2:37 Minuten) und die Anzahl der angesehenen Seiten (durchschnittlich 3,5) sinkt. Dies deute darauf hin, dass der digitale Interessent immer ungeduldiger werde und dazu verleitet sei, sein Interesse dahin zu verlagern, wo ihm ein ansprechendes Online-Erlebnis geboten wird, so die Studienautoren.

Video wird wichtiger

Das Verhältnis zwischen Website-Besuchen über ein mobiles Endgerät (Smartphone oder Tablet) und über den klassischen PC hat sich bei 60 zu 40 eingependelt – der Zugang über das Smartphone ist dabei gegenüber 2017 um 3 Prozent zurückgegangen und über das Tablet um 3 Prozent gestiegen. Sophus3 geht davon aus, dass der Rückgang beim Smartphone vor allem daran liegt, dass kleinere Bildschirme mitunter die Ansicht und die Benutzerfreundlichkeit einschränken.

Die YouTube- und Facebook-Kanäle der Automobilhersteller zeigten 2018 ein signifikantes Wachstum des Online-Traffics. Die YouTube-Kanäle der Hersteller verzeichneten einen Anstieg des Besucheraufkommens um 40 Prozent auf über 1,34 Milliarden Views (gegenüber 1,27 Milliarden Besuchen auf den eigenen Websites), während die Interaktionen auf den Facebook-Seiten der Automarken um 25 Prozent auf 56 Millionen angestiegen sind.

Visits „außerhalb der Geschäftszeiten“

Die Mehrheit der Besuche auf den Websites der Automobilmarken fanden „außerhalb der Geschäftszeiten“ statt, was eine große operative Herausforderung für die Automobilmarken darstellt, die versuchen, der „always on“-Reaktionsgeschwindigkeit der großen E-Commerce- und Social-Network-Plattformen nachzueifern.

„Es gibt eindeutige Möglichkeiten, Autointeressenten noch besser anzusprechen und ihr Interesse in Leads und Verkäufe umzuwandeln“, erklärt Sophus3-Managing Director Scott Gairns. „Sei es, indem man das klare Interesse an SUVs und EVs nutzt oder das Online-Erlebnis so optimiert, wie es YouTube, Facebook und Amazon vormachen. Autokäufer sind noch immer sehr interessiert an neuen Autos, wenn es aber schwierig und frustrierend für sie ist, online das zu finden, wonach sie suchen, werden sie schlussendlich einfach woanders hingehen."

Sophus3, der in London sitzende Experte für Analysen des Fahrzeugmarkts, präsentiert mit seinem eDataXchange (eDX)-Netzwerk, in dem sowohl Automobilmarken als auch Automobilverlage vertreten sind, ein nahezu vollständiges Bild des Online-Verhaltens von Automobilinteressenten und -käufern. Die „Digital Car Buyer in Numbers 2018“-Analyse basiert auf diesen Daten.


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Ressort: Studie, Commerce
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