22.01.2019 - 12:15

Seoul startet gebührenfreies digitales Bezahlsystem

Da digitale Bezahllösungen Händler meist zusätzliches Geld kosten, sehen viele kleine und mittlere Unternehmen von deren Einführung ab. Die Stadt Seoul hat daher ein gebührenfreies Bezahlsystem ins Leben gerufen.

Üblicherweise gilt das folgende Verfahren: Bezahlt ein Kunde im Laden zum Beispiel per Kreditkarte, erhebt die entsprechende Kreditkartengesellschaft eine Gebühr für die Verarbeitung der Transaktion. Diese Gebühr müssen in der Regel die Händler schultern, was sich negativ auf deren Gewinnmarge auswirkt. In Deutschland werden bei EC- und Geldkarten 0,3 Prozent vom Umsatz verlangt, bei Maestro in der Regel 0,95 Prozent und bei Kreditkarten zwei bis vier Prozent, abhängig vom jeweiligen Institut.

Kleine und mittlere Händler verzichten daher lieber auf solche Lösungen, schließlich ist Bargeld immer eine Alternative. Das kontaktlose Bezahlen per Smartphone via Apple Pay, Google Pay oder ähnlicher Dienste funktioniert häufig nur mit Kreditkarten. Daher haben die Händler Probleme, mit der technischen Entwicklung und den sich verändernden Gewohnheiten der Kunden Schritt zu halten – ganz besonders solche, die generell nur mit geringen Gewinnen arbeiten.

„Zero Pay“ in Südkorea

Die südkoreanische Hauptstadt Seoul hat nun ein gebührenfreies Bezahlsystem ins Leben gerufen. „Zero Pay“ soll es allen Händlern, unabhängig von deren Größe, ermöglichen, digitale Zahlarten anzubieten. Hierzu haben sich 20 Banken und Anbieter digitaler Bezahllösungen zusammengetan. Bei der Lösung handelt es sich um eine digitale Geldbörse („Digital Wallet“) auf den Smartphones der Verbraucher. Per QR-Code wird das Geld vom Konto des Kunden direkt auf das des Händlers übertragen. Liegt dessen jährlicher Umsatz unter 800 Millionen Südkoreanischen Won (etwa 624.000 Euro), ist die Lösung für ihn gebührenfrei. Liegt sein Umsatz darüber, werden zwar Gebühren erhoben, diese sollen aber deutlich unter denen für Kreditkarten liegen.

„Wenn Verbraucher und Bürger ‘Zero Pay’ nutzen, wann immer dies möglich ist, wird dies eine große Hilfe für selbstständige Geschäftsleute sein“, erklärt Park Won-soon, Bürgermeister von Seoul. Bisher haben sich 16.750 Geschäfte für „Zero Pay“ angemeldet, so ein Medienbericht.

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Ressort: M-Payment, Commerce
Maximilian Feigl

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