11.03.2019 - 17:59

Studie: Dynamic Pricing im Online-Handel

Laut einer idealo-Umfrage hält ein Drittel der deutschen Online-Shopper (34 Prozent) Samstag für den teuersten Einkaufstag der Woche. Doch lassen sich deutliche Preisanstiege am Wochenende und in den Abendstunden nachweisen?

Für sechs von zehn Deutschen steht fest, dass der teuerste Tag am Wochenende liegt, so idealo. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) glaubt, dass die Preise abends generell am stärksten anziehen. Um zu überprüfen, ob diese Annahmen zutreffen, hat idealo eine Stichprobe von 47 Produkten und über 7.700 Preisen aus verschiedenen Kategorien in einem Zeitraum von rund vier Monaten untersucht.

Tatsächlich gibt es preisliche Abweichungen je nach Wochentag und Tageszeit. Bei Top-Produkten, insbesondere aus dem Elektronik-Bereich, änderte sich der jeweilige Bestpreis im Schnitt bis zu viermal täglich. Neben Smartphones der Hersteller Samsung und Apple waren unter anderem auch Fußballtrikots besonders dynamisch, mit durchschnittlich drei Preisanpassungen am Tag. Bei einigen anderen Produkten änderte sich der Bestpreis dagegen eher ein- bis zweimal wöchentlich. Der Einfluss von Wochentag und Tageszeit auf den Preis von Produkten bewegt sich durchschnittlich nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Viele Produkte am Wochenende günstiger

Anders als von den Verbrauchern erwartet, waren Samstag und Sonntag in der idealo-Stichprobe nicht teurer als die Wochentage Montag bis Freitag. Im Gegenteil: Nur vier von 47 Produkten kosten im Schnitt sonntags am meisten, Samstag war sogar bei keinem der untersuchten Produkte der teuerste Tag der Woche. Rund die Hälfte der Produkte war hingegen dienstags oder donnerstags höher bepreist. Über alle Produkte hinweg betrug die Preisersparnis zwischen teuerstem und günstigstem Tag im Schnitt rund drei Prozent. Bei Elektronikartikeln fiel das Sparpotenzial sogar noch geringer aus.

Nacht und Morgenstunden meist günstiger

Betrachtet man den Durchschnittspreis der untersuchten Produkte nach Tageszeit, bietet sich ein ähnliches Bild. Mit im Schnitt vier Prozent Differenz zwischen der teuersten und der günstigsten Stunde liegt das Sparpotenzial hier nur knapp über dem bei den Wochentagen. Die Einschätzung der Verbraucher, dass Preise im Internet abends teurer sind, ist tendenziell richtig: Immerhin ein Drittel (34 Prozent) der untersuchten Produkte erreichte in den Abendstunden (18 bis 23 Uhr) seinen Tageshöchstpreis. Am günstigsten war die große Mehrheit der Produkte (66 Prozent) in der Regel nachts oder in den frühen Morgenstunden.

Ein großes Sparpotenzial dürfen Verbraucher vor allem bei günstigeren Produkten nicht erwarten. Nur vier von 47 untersuchten Produkten wiesen durchschnittliche Preisschwankungen von über zehn Prozent je nach Tageszeit auf. Solche Extreme waren aber die Ausnahme und traten in der Stichprobe nur bei Produkten aus dem Non-Electronic-Bereich auf, darunter Autofelgen, eine Sonnenbrille und Skier.

Langfristige Preisschwankungen beobachten

Die Effekte von Dynamic Pricing sind zwar nachweisbar, das tatsächliche Sparpotenzial bleibt aber eher gering. Wer auf der Suche nach echten Schnäppchen ist, sollte sein Wunschprodukt über einen längeren Zeitraum hin beobachten und Preise vergleichen. Denn das Sparpotenzial aufgrund saisonaler Schwankungen und dem natürlichen Preisverfall von Produkten ist größer als beim Dynamic Pricing.

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Ressort: Commerce, Studie
Maximilian Feigl

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